Designfestival

2016 – das Jahr, in dem Berlin 10 Jahre UNESCO Creative City of Design feiert, bringt es das jährlich stattfindende Format state of DESIGN, BERLIN, als Hauptakt der kommenden Berlin Design Week, heraus.

SchanckHeute stehen Designevents mehr denn je in der Kritik, nicht angemessen auf die beispiellosen und dringenden Herausforderungen der Gesellschaft zu reagieren. State of DESIGN, BERLIN ist eine zeitgemäße Antwort: Es stellt das neuste Design nicht nur aus, sondern debattiert auch darüber – mit dem Fokus auf sozial relevante, kritische und experimentelle Themen.

Eine sorgfältige Auswahl internationaler Teilnehmer präsentiert sich an mehreren Orten der Stadt: in Designstudios, den führenden Berliner Designhochschulen, und wiederentdeckten Industriearealen an der Spree. Mit dabei ist u.a. die größte Designakademie des Nahen Osten - denn besondere Aufmerksamkeit erhalten zwei in der Designwelt zum großen Teil - trotz ihrer globalen und lokalen wichtigen Bedeutung - ignorierte Länder: Israel und die Türkei.

Das Programm beinhaltet Ausstellungen, Lesungen, Debatten, Workshops und eine Red Ballroom Konferenz über Gestalt & Gewalt, aber auch eine Designers’ Deejaying Debate, einen Filmtag, eine POP Prärie Oyster Party, ein Dreiseitenfußballturnier und weitere Veranstaltungen.

Gegründet und durchgeführt wird das Festival von Alexandra Klatt, letztens u.a. verantwortlich für die Ausrichtung der Designtage Brandenburg und den Designpreis Brandenburg, und Max Borka, dem ehemaligen Direktor der Biennale Interieur in Kortrijk und designbrussels.

Das Format hat zwei zentrale Plattformen: das Institute for Cultural Diplomacy - ICD - im Westen der Stadt, Nahe der Postdamer Straße, und Kreative Arbeitsgemeinschaft Oberschöneweide - KAOS -, im Osten der Stadt, in einer ehemaligen Gründerzeit-Lagerhalle des Industriekomplexes Oberschöneweide entlang der Spree. Aber das Format bespielt noch weitere Standorte in ganz Berlin, u.a. einen eigenen Strand mit Bootshuttle.

Unterschiedlicher könnten die beiden zentralen Orte nicht sein: jedes dieser unbekannten Juwele - authentisch und nicht gentrifiziert - spiegelt auf seine Weise den Berliner Charme wider, der diese Stadt weltweit so einzigartig macht und der sich auch in der Veranstaltung wiederfindet: offen, mit sich ständig erneuernden Werkzeugen und Strategien der Lebensstile.

Das Format nähert sich der Zukunft des Designs mit einer Vielfalt an Experimenten: Während in der nahegelegnen Lützowstraße Schüler der Allegro Grundschule, angeleitet vom Berliner Design- und Künstlerduo Tina Roeder und Julia Horstmann, ihre Umgebung in einem gigantischen Fries abbilden, findet im ICD am 06. Und 07. Mai die Red Ballroom Konferenz zum Thema Design & Gewalt statt. Während die Talks am 06.Mai den Mittleren Osten als Ausgangspunkt nehmen, widmet sich der zweite Tag ganz der Jenin Trilogy über den israelisch/palästinensichen Konflikt, einer Dokureihe des deutsch-türkischen Filmemachers Marcus Vetter.

Vom 04.-08 Mai zeigt KAOS u.a. die Ausstellung, die auch das Hauptthema des Events illustriert: „Something from Nothing“ – ein Zustand, dem sich der größte Teil der Weltbevölkerung gegenüber sieht.

„Something from Nothing“ beleuchtet Designstrategien, die im Angesicht von Krisen aus Müllbergen Schätze hervorholen: Designer und Projekte wie die vom Christopher Schanck Collective aus Detroit, dem Walking Chair Studio aus Wien, Liter of Light aus den Philippinen u.a..

UDK

Tarazi